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Verkehrswende: Die Rolle von grünem Wasserstoff

Das Elektroauto ist ein sicherer Weg zu einer nachhaltigen Verkehrswende. Ein weiterer wichtiger Faktor wird Wasserstoff sein – das Element rückt in der öffentlichen Diskussion immer mehr in den Fokus. Es ist höchste Zeit zu fragen, welche Rolle grüner Wasserstoff in der Future Mobility übernehmen könnte und wann der grüne Wasserstoff eine Rolle spielen wird.

Benziner und Dieselautomobile fahren ihrem Ende entgegen und werden bald ausgedient haben. Darüber herrscht vermehrt Einigkeit. Immer mehr Länder und auch Automobilhersteller geben ihren Ausstieg aus dieser Technologie mit fossilen Brennstoffen bekannt. Große Automobilisten steigen bis 2030 aus den Verbrennern aus. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sind alternative Antriebe und Kraftstoffe im Verkehrssektor unabdingbar. Zentral ist damit das Thema Elektromobilität.

 

Warum Wasserstoff?

Um die Verkehrswende weiter voranzutreiben, haben sich Experten auf dem diesjährigen Wiener Motorensymposium dafür ausgesprochen, das Thema Wasserstoff nicht vorzeitig abzuschreiben. Das wäre fatal. Im Gegenteil. Wasserstoff ist ein guter Energieträger und bietet viel Potenzial für klimafreundlichen Verkehr. Als Gas oder auch in flüssiger Form lässt sich der Stoff gut speichern, anders als Strom aus Wind oder Sonne. Um grünen Wasserstoff herzustellen, braucht man „nur“ Wasser und elektrischen Strom. Jedoch sollte, um eine gute Klimabilanz des Energieträgers zu gewährleisten, die Elektrolyse vollständig mit erneuerbaren Energien ausgeführt werden. So können klimaschädliche Emissionen vermieden werden. 

 

Elektrofahrzeug vs. Brennstoffzelle

Für den Einsatz von gasförmigen H2 in Fahrzeugen werden Brennstoffzellen benötigt. In den Zellen reagiert Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser. Die daraus entstehende Energie treibt dann den Elektromotor an. Im Vergleich zu einem E-Auto, das rund 70 bis 80 Prozent einer Kilowattstunde Strom als Antriebleistung auf die Straße bring, benötigt ein Wasserstoffauto bis zu dreimal so viel Strom für die gleiche Strecke. Ein weiteres Manko von Wasserstoff – wenn es um den Personenverkehr geht – ist die noch geringe Anzahl von entsprechenden Tankstellen, die in speziellen LKW-Tanks erst dorthin transportiert werden müssen. Analog der Nationalen Wasserstoffstrategie sollen bis 2030 1000 Tankstellen errichtet werden.

Doch selbst wenn das Elektroauto als Personenauto aktuell besser abschneidet als das Wasserstoffauto, wäre es ein großer Fehler den Energieträger aus dem Mix der Verkehrswende komplett zu streichen. In einem Interview fasst Christian Bauer vom Paul-Scherrer-Institut (PSI) zusammen: „Ich würde Batterie- und Wasserstoffautos nicht gegeneinander ausspielen. Je nach Nutzungszweck ist das eine oder das andere sinnvoller.“ Besonders im Bereich Schwerlastverkehr könne Wasserstoff dank seiner hohen Reichweite und des schnellen Tankens im Bereich LKW-Verkehr punkten. Ein weitere Vorteil von Wasserstoff ist die längere Reichweite. Elektrobusse können zum Beispiel nicht in bergischen oder ländlichen Gegenden eingesetzt werden, mit Wasserstoffbetriebene Busse hingegen sehr wohl.

 

Future Mobility – der Mix macht’s

Auch im Nahverkehr könnte der Einsatz von grünem Wasserstoff zu einer erheblichen Reduzierung von CO2 führen. So treibt beispielsweise die Stadt Wuppertal die Verkehrswende voran, in dem die Stadt für den Öffentlichen Nahverkehr auf regional produzierten Wasserstoff setzt. Ziel ist es, dass langfristig Busse sowie leichte und schwere Nutzfahrzeuge der Stadt mit grünem Wasserstoff angetrieben werden. So sollen rund 744.110 Tonnen CO2 zwischen 2025 und 2035 eingespart werden. Das ist das sogenannte Wuppertalermodel als Vorbild eines lokalen Ökosystems.

Wasserstoff und grüne Energie spielt zudem in einem ambitionierten Projekt in der saudi-arabischen Wüste eine große Rolle. In der Nähe des Roten Meers entsteht die Millionenstadt Neom. Bereits 2025 soll dort die Fabrik Helios 650 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren – jeden Tag. Der Rohstoff wird anschließend die Grundlage bilden, um die künftigen Bus- und LKW-Flotten der Region anzutreiben. Wesentlich wichtiger ist, dass dieser Wasserstoff exportiert wird: in Richtung Europa und Asien. Allerdings stellt sich die Frage, wie Grün der Wasserstoff denn nach dem Transport noch ist.

Ob in Saudi-Arabien oder Deutschland: Um das Ziel „Klimaneutrale Mobilität 2050“ zu erreichen, werden in jedem Fall mehrere Technologien gebraucht. Speziell in gewerblichen Bereich bietet die Nutzung von Wasserstoff enormes Potenzial. Dafür werden schon heute die nötigen Infrastrukturen geplant und errichtet. In der Future Mobility wird das Element damit eine bedeutende Rolle einnehmen.

 


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