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Wenn die Cloud brennt: Totalschaden im Rechenzentrum

In unzähligen Rechenzentren lagern wertvolle Informationen, die mehrere Milliarden wert sind. Umso schlimmer, wenn sich die Daten bei einem Brand in Rauch auflösen. Damit die Daten sicher in der Cloud gespeichert bleiben, dürfen sich Betreiber bei der Planung des Brandschutzes auf keinen Fall verrechnen.

(Quelle: iStock / EvgeniyShkolenko)

Virtuelle Bedrohungen sind in Rechenzentren allgegenwärtig. Täglich sind Hacker in der Cloud auf der Jagd nach wertvollen Daten. Doch die virtuellen Welten haben auch eine physikalische Grundlage, die von höherer Gewalt beschädigt werden kann. Diese Gefahr ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Beispiel Straßburg: Im März 2021 brannte es in Europas größtem Rechenzentrum. Auf fünf Etagen gingen 12.000 Server in Flammen auf. Die Folgen waren enorm: 3,5 Millionen Websites gingen zwischenzeitlich offline. Fehlende Back-ups sorgten dafür, dass in der Cloud gespeicherte Informationen von bis zu 15.000 Unternehmen unwiderruflich verloren waren.

 

Hohes Brandschutzniveau

Die Rechenzentren in Deutschland haben glücklicherweise ein höheres Sicherheitsniveau. Den Betreibern ist zumeist bewusst, welche Auswirkungen ein eventueller Datenverlust auf den laufenden Betrieb haben würde. Die Ausfallsicherheit hat höchste Priorität, denn der Schaden im Rechenzentrum gefährdet das gesamte Unternehmen. Beispiel Online-Shop: Sobald Dienstleistungen oder Produkte im Internet bestellt werden können, wird die Verfügbarkeit zu einem kritischen Umsatzfaktor.

Aus diesem Grund investieren Betreiber viel Engagement in die physikalische Sicherheit. „Bereits bei der Planung von Rechenzentren ist Brandschutz ein zentrales Thema“, sagt Ralf Höhmann, Brandschutzsachverständiger von TÜV Hessen. Gesetzliche Vorgaben und Forderungen von Versicherungsunternehmen fördern die Qualität der Brandschutzkonzepte. Das Ergebnis ist ein relativ hohes Vorsorgeniveau. Doch worauf müssen Betreiber von Rechenzentren achten?

 

Brandmeldeanlagen und Löschanlagen

 

Vorbeugender Brandschutz ist das A und O für die Sicherheit von Rechenzentren. „Wenn ein Brand gar nicht erst entstehen kann, bleibt die Verfügbarkeit bestehen“, weiß auch Ralf Höhmann. Weil zur Kühlung die Luft konstant bewegt wird, kommen in Rechenzentren hochsensible Melder zum Einsatz. Ein aktives Rauchansaugsystem zählt ebenfalls zur Grundausstattung des Gebäudes.

Im Brandfall entscheidet die Löschanlage über die Höhe des Schadens. Beim Brand in Straßburg fehlte beispielsweise ein solches System, weshalb das Feuer nicht mehr gelöscht werden konnte. Bei der Wahl der Anlage haben Betreiber mehrere Möglichkeiten. Häufig wird in Rechenzentren der Sauerstoffgehalt so weit abgesenkt, dass den Flammen buchstäblich die Luft zum Atmen fehlt. Die niedrige Sauerstoffkonzentration hat allerdings Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit. „Unter diesen Bedingungen dürfen Administratoren nur maximal sechs Stunden in den Räumen arbeiten. Aufgrund der wenigen Handgriffe an den Servern wird diese Zeitspanne aber nur äußerst selten erreicht“, erklärt Ralf Höhmann.

Sollte dennoch ein Brand ausbrechen, entscheidet die Wahl des Löschmittels, wie schnell die Server wieder einsatzbereit sind. In Rechenzentren kommen zumeist Inertgase wie Argon oder Stickstoff oder chemische Löschmittel zum Einsatz , die den Sauerstoff in der Luft verdrängen und so die Ausbreitung der Flammen verhindert.

 

Kein Rauch – kein Feuer

Das hohe Brandschutzniveau von Rechenzentren ist ein Ergebnis aus vielen Faktoren. Betreiber sind sich des Werts ihrer Datenschätze bewusst, dazu fördern behördliche Vorgaben und die Ansprüche der Versicherungswirtschaft das Engagement für größtmögliche Sicherheit der Server vor physischen Schäden. Eine gut durchdachte Mischung aus Planung, Detektion und Löschanlagen verhindert Brandfälle mit immensen Folgekosten.

 


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Brandschutz

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DIN EN 50600: Zertifiziertes Rechenzentrum

Der Bedarf an sicheren Rechenzentren nimmt stetig zu. Im gleichen Maße steigen auch die Ansprüche an die Verfügbarkeit sowie die bauliche und technische Infrastruktur.

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