• Technik & Sicherheit

Es liegt was in der Luft: Desinfektion via Aerosole

Die Ansteckungsgefahr in Innenräumen ist ein zentrales Problem der Corona-Pandemie. Einfaches Atmen reicht bereits aus, um sich mit in Aerosolen enthaltenen Viren zu infizieren. In feinste Partikel zerstäubt könnten Desinfektionsmittel ein wirksames Mittel gegen luftgetragene Keime und Viren sein. Tests in Klassenzimmern oder Kantinen zeigen, wie sich die desinfizierenden Aerosole im Raum verteilen.

Als am 11. März 2020 die Weltgesundheitsorganisation COVID-19 zu einer Pandemie erklärte, war noch relativ wenig über das neuartige Virus bekannt. Mittlerweile hat die Wissenschaft zahlreiche Erkenntnisse gesammelt, um speziell die Ansteckungsgefahr zu verringern. Experten der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) und weiterer Fachgesellschaften haben mittlerweile herausgefunden, dass winzige Aerosole der wichtigste Übertragungsweg sind. „Schon beim normalen Atmen, mehr noch beim Sprechen oder Singen, werden die Viren wieder abgeatmet. Vom Verbreitungsmechanismus her stehen die Coronaviren evolutionär an der Spitze“, sagt Dr. Thomas Voshaar, Chefarzt der Lungenklinik im Krankenhaus Bethanien in Moers.

 

Fokus auf Luftaustausch

Damit richtet sich der Blick vor allem auf Innenräume. Der Luftaustausch wird zum entscheidenden Faktor, um virenlastige Aerosole schnell aus dem Raum zu befördern. Wie stark die kommenden Wellen im Herbst und Winter werden, hängt nicht zuletzt davon ab, wie gut die verschiedenen Räume wie Klassenzimmer, Großraumbüros oder Restaurants belüftet werden.

In der Gastronomie stellt sich die Frage, wie der Wechsel zurück in die Innenräume in der kalten Jahreszeit sicher gewährleistet werden kann. Weil das höchste Infektionsrisiko in schlecht belüfteten Räumen besteht, richtet sich der Fokus in Hotels und Gaststätten zunehmend auf die Lüftung. Um die Aerosol-Belastung der Atemluft zu verringen, stehen Luftreiniger seit mehreren Monaten im Zentrum vieler Diskussionen. Besonders die Individualität der einzelnen Räume stellt die Technik dabei vor große Herausforderungen. Wichtig bei der Installation einer technischen Anlage ist vor allem die Wirksamkeit der ausgewählten Lösung.

 

Messungen in der Kantine

Angesichts der oft langwierigen Beschaffungsprozesse in Behörden und öffentlichen Einrichtungen hat darüber hinaus die Suche nach Alternativen begonnen – die auch für die Gastronomiebranche relevant werden könnten. Mit Solenal untersucht ein Anbieter von Desinfektionsmitteln, ob sich Ultraschall-Luftbefeuchter auch für die Raumluft-Desinfektion einsetzen lassen. Dazu musste unter anderem ermittelt werden, welche Art von Nebel der Kaltvernebler erzeugt und wie sich die Nebeltröpfchen in einer Kantine verbreiten.

Bei diesen Untersuchungen hat TÜV Hessen vielfältige Fragestellungen zu Luftwechsel, Aerosolverteilung und Partikelgrößen untersucht. Für eine niedrige Leistungsstufe des eingesetzten Kaltverneblers wurde gefunden, dass die erzeugten Aerosoltröpfchen so klein sind, dass sie sich wie Gas verhalten. Damit konnte ihr Ausbreitungsverhalten mit einem Tracergas nachvollzogen werden. Es zeigte sich, dass in der Kantine eine generelle Luftströmung existierte, die die Solenal-Aerosole mit der Zuluft zur Abluft transportierte. Die davon abgelegenen Raumecken wurden dabei deutlich langsamer versorgt, dort wurden geringere Tracergas-Konzentrationen gemessen beziehungsweise die durchschnittliche Tracergas-Konzentration stieg dort langsamer an. Verglichen mit anderen Räumen verteilte sich das Aerosol unterschiedlich gut in Abhängigkeit von der Raumgröße: Je größer der Raum, desto schlechter war die Vermischung mit der Raumluft, das heißt mit der Raumgröße nahmen die Konzentrationsschwankungen zwischen den Messpunkten zu. Weitere Schlussfolgerungen können momentan nicht getroffen werden, da die bisher erhobenen Daten dafür nicht ausreichen.

 


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