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Die neuen Weihnachtsmärkte: Glühwein und Infektionsschutz

Nur noch wenige Wochen, dann beginnt die Adventszeit. Bald duftet die Luft auf Weihnachtsmärkten nach Lebkuchen, Glühwein und Kinderpunsch. Doch im großen Andrang schwebt auch ein gefährlicher Gast durch die Menschenmassen. Veranstalter benötigen ein wirksames Hygienekonzept, um Corona keine Chance zu geben.

Nach fast zwei Jahren Pause warten viele Schausteller sehnsüchtig darauf, ihre Buden auf einem der zahlreichen Weihnachtsmärkte aufzubauen. Um Besucher nicht nur zu den Stoßzeiten am Wochenende zu begrüßen, bieten viele Stände Kunsthandwerk, gebrannte Mandeln oder Glühwein abends länger an. Auf diese Weise sollen die Ausfälle der vergangenen Monate etwas kompensiert werden. Deshalb startet die Saison in vielen Städten auch früher als gewohnt – und dauert länger. Einige Märkte bleiben sogar bis ins Jahr 2022 geöffnet.

Offen ist allerdings, welche Regeln im zweiten Winter mit dem Coronavirus gelten. Denn bei den Auflagen gibt es große Unterschiede. Während mancherorts die Bundesländer die Richtlinien vorgeben, erteilen in anderen Regionen die Städte und Gemeinden die Genehmigung für einen infektionssicheren Weihnachtsmarkt. An vielen Standorten ist auch noch nicht klar, welche konkreten Regeln es geben wird. Darüber hinaus ist nicht vorhersehbar, welche Auswirkungen die steigenden Infektionszahlen auf die jeweiligen Verordnungen haben.

 

Unterschiedliche Vorgaben

Viele Veranstalter haben dennoch ein wirksames Hygienekonzept geplant. Die Organisation eines Weihnachtsmarkts wird wesentlich erleichtert, wenn die Auflagen schon feststehen. In Nordrhein-Westfalen gilt beispielsweise generell die 3-G-Regel, Bayern setzt dagegen auf flexible Lösungen, die von der jeweils aktuellen Inzidenz abhängen. In Hessen machen die einzelnen Städte teilweise detaillierte Vorgaben, beispielsweise von Abstandsgeboten auf dem Weihnachtsmarktgelände über Maskenempfehlungen bis zur 2-G-Regel an überdachten Ständen oder in Hütten.

Zur Planung der Hygienekonzepte stellen verschiedene Landesministerien und zahlreiche Industrie- und Handelskammern Informationen und Vorlagen zur Verfügung. An den einzelnen Anforderungen können sich die Veranstalter von Weihnachtsmärkten orientieren. Doch die allgemein gehaltenen Empfehlungen sind nur die Basis eines wirksamen Infektionsschutzes. „Die individuellen Herausforderungen jedes Weihnachtsmarkts müssen bei der Planung und Anwendung berücksichtigt werden“, sagt Sonja Sieger, Lead-Auditorin und Hygieneexpertin von TÜV Hessen.

 

Was wirksame Konzepte und Maßnahmen ausmachen

Im Vergleich zu anderen Großveranstaltungen haben Weihnachtsmärkte einen Vorteil: Sie können auf eine komplette Innenstadt ausgedehnt werden – und sind damit vergleichbar mit einer Fußgängerzone. Schwierig wird es erst, wenn keine Mindestabstände eingehalten werden können, etwa auf zentralen Plätzen oder in Warteschlangen. Zumal die Frage der Maskenpflicht derzeit Teil einer öffentlichen Debatte ist. Nichtsdestotrotz setzen viele Kommunen auf die aktuellen 2-G- oder 3-G-Regeln, um den Zugang zu den Märkten nur geimpften, genesenen und gegebenenfalls getesteten Personen zu erlauben. Bei weitläufigen Veranstaltungsgeländen in einer Innenstadt wird damit die Prüfung der Nachweise zu einer Herausforderung. Auch eine Nachverfolgung von eventuellen Infektionsfällen ist ohne Zugangskontrolle nicht gewährleistet.

Ein weiterer kritischer Faktor ist der Alkoholausschank. Der Genuss von Glühwein macht für viele Menschen erst den Reiz eines Weihnachtsmarkts aus und darf keinesfalls unterschätzt werden. Denn Alkohol enthemmt – und auch, wenn nur die wenigsten Gäste sich auf einem Weihnachtsmarkt betrinken, kann die enthemmende Wirkung von Alkohol dazu beitragen, dass die Besucherunvorsichtig werden. Diese Beispiele zeigen, wie vielschichtig eine sichere Planung von Veranstaltungen mit wirksamem Infektionsschutz ist – denn die Sehnsucht der Bevölkerung nach unbeschwertem Feiern wächst. Eine Umfrage des RTL/ntv-Trendbarometers aus dem Oktober 2021 hat ergeben, dass 54 Prozent der Befragten einen Weihnachtsmarktbesuch planen.

Umso wichtiger ist eine umfassende Prüfung der Konzepte, bevor die Weihnachtsmärkte ihre Pforten öffnen. „Erst wenn ein Experte eine Begehung vor Ort vornimmt, entsteht aus allgemein gehaltenen Vorgaben ein wirkungsvoller Infektionsschutz“, bestätigt Sonja Sieger. Mit ihrer Erfahrung beurteilt die Hygieneexpertin, ob das Konzept sowie die geplanten Maßnahmen einen Weihnachtsmarkt Corona-sicher machen. Eine Checkliste der wichtigsten Anforderungen ist dabei der erste Schritt. Anschließend werden insbesondere die individuellen Auflagen und Herausforderungen gründlich kontrolliert. Das Ergebnis ist eine Schwachstellenanalyse, die viele wertvolle Hinweise zu möglichem Verbesserungspotenzial gibt.

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