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Goldmedaille für Nachhaltigkeit: Bewusst prüfen und wirtschaften

Beim Versuch die Auswirkungen der Klimakrise so gut wie möglich abzumildern, hilft jedes Engagement. TÜV Hessen übernimmt Verantwortung für Mensch und Umwelt. Der Einsatz zahlt sich aus.

(Quelle: shutterstock / Romolo Tavani)

Der nachhaltige Wandel ist im 21. Jahrhundert an unzähligen Stellen sichtbar. Elektromobilität, Energiewende, Gebäudebetrieb, Ernährung, menschenwürdige Arbeit oder Diversity sind nur die bekanntesten Bereiche. „Nachhaltigkeit ist ein weites Feld und geht über den ökologischen Kern hinaus“, bestätigt Steffen Seehars, CSR-Leiter von TÜV Hessen. „Es lässt sich mit einem Puzzle vergleichen. Umwelt- und Klimaschutz sind zentrale Teile, aber der Rahmen ist viel größer. Auch Whistleblowing, Diversity oder Lohngleichheit sind bedeutende Themen.“

Um den Status quo zu ermitteln und das eigene Engagement einordnen zu können, wurde TÜV Hessen aktiv. Eine Beurteilung von EcoVadis sollte zeigen, an welchen Stellen bereits nachhaltig gearbeitet wird – und wo weiterer Optimierungsbedarf besteht. Der weltweit größte Anbieter von Nachhaltigkeitsratings EcoVadis untersuchte dafür die vorgelegten Informationen in den Kategorien Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung. Für die geforderten 55 Dokumente hatte Steffen Seehars im Vorfeld bereits mehr als 1.000 eigene Analysen und Datensätze ausgewertet. „Wir haben Ecovadis viel Material in die geforderten 55 Dokumente gepackt“, räumt Steffen Seehars ein. „Es hat deshalb auch 15 Wochen gedauert, bis unser Ergebnis vorlag.“

 

Die Richtung stimmt

Die EcoVadis-Bewertungen richteten den Fokus auf 21 Kriterien aus den vier Themenbereichen Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung. Die dazugehörigen Fragestellungen basieren auf internationalen Nachhaltigkeitsstandards wie den UN-Global-Compact-Grundsätzen, den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO), dem Standard der Global Reporting Initiative (GRI), der Norm ISO 26000 oder den CERES-Grundsätzen.

Die Auswertung der 55 Dokumente zeigte, dass TÜV Hessen vor allem im Bereich Arbeits- und Menschenrechte schon gut aufgestellt ist. Es gibt regelmäßige Schulungen zu Sicherheits- oder Gesundheitsthemen für die Belegschaft sowie einen Tarifvertrag inklusive Mitarbeiterbeteiligung. Auch der Beitritt zur strategischen Initiative UN Global Compact wird im Abschlussbericht hervorgehoben. „Der Beitritt zum UN-Global Compact hat eher Signalwirkung nach Außen“, erklärt Steffen Seehars. „Für ein hauptsächlich in Deutschland und Hessen operierendes Unternehmen sind Dinge wie Tarifverträge, Gesetzte und Menschenrechte eine Selbstverständlichkeit.“

Bislang fehlte jedoch die Dokumentation. Es gab zuvor keine Unternehmenspolicy, die nachwies, dass sich TÜV Hessen sich an die Gesetze hält und sich darüber hinaus den an den ethischen Grundsätzen der Weltgemeinschaft orientiert – obwohl diese Werte stets vorhanden waren. Mit dem Beitritt zum UN Global Compact wurde eine Signalwirkung genutzt, indem sich die Prüfgesellschaft ganz offiziell zu den Menschenrechten bekennt, für Arbeitsnormen eintritt, zum Umweltschutz beiträgt und Korruption bekämpft.

„Im Bereich Umwelt sind wir ebenfalls auf einem guten Weg“, ergänzt Steffen Seehars. „An allen Standorten, nutzen wir Ökostrom und verlängern die Lebensdauer von PCs, indem wir sie so lange wie möglich im Unternehmen weiterverwenden.“

 

Branchenprimus im Bereich Nachhaltigkeit

Bei der detaillierten Prüfung des Engagements für mehr Nachhaltigkeit konnte TÜV Hessen überzeugen – insgesamt beurteilt EcoVadis die bisher erbrachte Leistung als fortgeschritten. Was sich als Wort sehr moderat liest sieht in Zahlen deutlich anders aus: TÜV Hessen gehört damit zu den besten 5 Prozent der Unternehmen in seiner Kategorie und erhielt für seine Leistungen eine Goldmedaille. In der ausführlichen Auswertung wird TÜV Hessen für seinen strukturierten und proaktiven Nachhaltigkeitsansatz gelobt. Neben den verschiedenen Richtlinien zu Umwelt, Arbeit und Diversity gibt es konkrete Erfolge, wie die regelmäßige Investition in die persönliche Sicherheitsausrichtung der Mitarbeiter.

 

Das Ergebnis kam nicht über Nacht

Alle Beteiligten sind sich einig:  Die Goldmedaille ist kein Zufallsprodukt und kam nicht über Nacht. Sie ist das Ergebnis einer gesunden Unternehmensführung. Denn Nachhaltigkeit ist bei TÜV Hessen nichts Neues. Nur werden unter diesem Begriff nun Themen zusammengefasst, die vorher scheinbar nichts miteinander zu tun hatten. Personalprozesse, Compliance-Vorschriften Schulungsprogramme oder die Auswahl und Zusammenarbeit mit Lieferanten. „Wir haben in dieser Hinsicht schon lange unsere Hausaufgaben gemacht“ bilanziert Steffen Seehars. „Das konnten wir schon bei der Erstellung unserer Nachhaltigkeitsberichte in den vergangenen Jahren feststellen.“

So arbeitet TÜV Hessen auf einem gesunden Fundament und für das Rating mussten nur noch wenige Dinge finalisiert werden. Beispielsweise wurden Policies zu Themen wie Diversity oder Personalentwicklung und Lernen ins Managementrahmenhandbuch integriert. Dank dem intergierten Managementsystem waren viele Anforderungen zudem bereits erfüllt und vor allen Dingen auch dokumentiert. Dass der Mehrheitsgesellschafter TÜV SÜD zeitgleich ein Ecovadis-Rating durchlief, erwies sich ebenfalls als großer Vorteil. In einer sehr engen Zusammenarbeit konnten Erfahrungen und Daten ausgetauscht werden und Dokumente teilweise zweimal genutzt werden.

„Sportlich können wir unsere Goldmedaille mit einem Tour-de-France Etappensieg vergleichen“, sagt Steffen Seehars. „Wir haben eine lange Strecke zurückgelegt, die Vorbereitung hat gestimmt und es ist ein Erfolg des gesamten Teams. Viele Menschen haben dazu beigetragen. Und am Ende glich das Sammeln der Dokumente und deren Zusammenfassung einem Schlussspurt.“

 

Nach der Bewertung ist vor der Bewertung

Auf dem guten Ergebnis will sich TÜV Hessen nicht ausruhen und plant schon die nächsten Schritte. Dazu zählen eine deutlich umfassendere Wesentlichkeitsanalyse oder die Überarbeitung des bereits bestehenden Carbon-Footprints. „Wir haben bereits rudimentär unseren Fußabdruck ermittelt“, berichtet Steffen Seehars. „Dieses Ergebnis wollen wir verfeinern und anschließend von einer unabhängigen Stelle zertifizieren lassen. Das Ergebnis soll mehr als nur eine Zahl sein. Was sagt es aus, wenn unser Unternehmen ein paar Tausend Tonnen CO2 erzeugt? Wie viel dürfen wir eigentlich ausstoßen? Und dürfen wir überhaupt CO2 emittieren? Das wollen wir konkret ermitteln und dann sehen, welchen Beitrag wir zum 1,5-Grad-Ziel von Paris beisteuern können.“

 

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TÜV Hessen übernimmt mit seinen Aufgaben weitreichende Verantwortung für Wirtschaft, Gesellschaft, Mitarbeiter und Umwelt.

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