Reif für einen Wechsel?

Reifenwechselsaison: Wie lange darf man mit den alten Reifen fahren? Was gilt es beim Neukauf zu beachten? Wir erklären, wann es dringend Zeit ist für einen Wechsel und geben Tipps zur richtigen Reifenwahl.

(Quelle: Pixabay / HutchRock)

Der Frühling ist endlich da, und mit ihm die Zeit für den Reifenwechsel. Die meisten Autofahrer halten sich an die Faustformel „von O bis O“: Von Oktober bis Ostern sorgen Winterreifen für eine sichere Fahrt bei Minusgraden, Schnee und vereister Fahrbahn. Danach führen die wärmeren Temperaturen zu einem zunehmenden Verschleiß der Räder und es ist Zeit, die Sommerpneus aufzuziehen. „Die Reifenwechselsaison ist eine ideale Gelegenheit, seinen vorhandenen Reifensatz gründlich unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls gegen neue auszutauschen“, erläutert Hans-Peter Querbach, Autoexperte bei TÜV Hessen.

 

Wann haben die alten Reifen ausgedient?

Der Gesetzgeber schreibt eine Mindestprofiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern vor. Doch eine ausreichende Profiltiefe allein, sagt noch nichts über die Verkehrssicherheit der Reifen aus. Umwelteinflüsse wie starke Sonneneinstrahlung, Hitze und Kälte setzen dem Material ebenso zu, wie die Laufleistung und das Alter. Mit der Zeit wird die Gummimischung spröde und anfällig für Risse. „In generelles Verfallsdatum gibt es für PKW-Reifen nicht. Daher ist es ratsam, die Reifen regelmäßig auf sichtbare Abnutzungen sowie Risse und Beulen zu untersuchen. Nach etwa sechs bis acht Jahren ist es dann Zeit für frische Reifen“, rät Hans-Peter Querbach. Das Alter lässt sich übrigens mit Hilfe der DOT-Nummer (Department of Transportation, amerikanische Verkehrsbehörde) an der Reifenflanke ablesen. Die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer geben die Kalenderwoche und das Herstellungsjahr an. Die Zahlen 1620 stehen zum Beispiel für die 16. Kalenderwoche im Jahr 2020.  

 

Worauf sollte man beim Neukauf achten?

Wichtigste Voraussetzung für den Neukauf: Die Reifen müssen zum Fahrzeug passen. Dafür sind die Angaben unter anderem zu Reifengröße, Höchstgeschwindigkeit und Tragfähigkeitsindex in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 zu berücksichtigen. „Ein Blick auf die alten Pneus kann hier ebenfalls helfen. Mit den gleichen wie jener der Erstausrüstung kann der Käufer nämlich wenig falsch machen“, erklärt der Experte. Orientierung bei der Reifenwahl bieten zudem Testberichte von Fachzeitschriften, das EU-Reifenlabel, unabhängige Prüfsiegel und die Beratung im Fachhandel.

Wer auf pannensichere Reifen bzw. sogenannte Runflats mit Notlaufeigenschaften zurückgreifen möchte, sollte beachten, dass diese nur bei Fahrzeugen mit Reifendruck-Kontrollsystemen erlaubt sind. Sonst merkt der Fahrer möglicherweise gar nicht, dass er eigentlich eine Reifenpanne hat. Und Notlauf bedeutet schließlich, dass nur noch eine begrenzte Strecke mit reduzierter Geschwindigkeit gefahren werden darf. 

 

Allwetterreifen als Alternative

Wer ausschließlich im Flachland und viel auf Autobahnen unterwegs ist, findet in Ganzjahresreifen eine praktische Alternative. Diese punkten meist bei Langlebigkeit und Nässeeigenschaften. Auch mit leichtem Winterwetter kommen die Ganzjahrespneus gut zurecht. Die Anschaffung kann sich auch für einen Zweitwagen, der nur im Flachland oder in der Stadt unterwegs ist, rentieren. Die Halter sparen mit der Allwetteralternative nicht nur den halbjährlichen Reifenwechsel, sondern auch einen zweiten Satz Reifen inklusive Felgen und eventuelle Einlagerungskosten.

 

Reisezeit: Reifen bei Wohnmobil und Anhänger

Da Wohnmobil- und Anhängerreifen besonderen Belastungen ausgesetzt sind, gelten hier strengere Vorgaben. Bei Anhängern mit einer 100 km/h-Zulassung und einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen müssen die Pneus nach sechs Jahren ersetzt werden. Sind die Reifen älter, darf nur noch mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h gefahren werden.

Für Wohnwagen und Reisemobile gibt es zwar keine gesetzlichen Vorgaben, allerdings ist ein Reifenwechsel bereits nach sechs Jahren empfehlenswert. „Die geringe Fahrleistung und lange Standzeit der Fahrzeuge belasten die Reifen einseitig und lassen das Material schneller ermüden. Ein regelmäßiger Check der Reifen durch einen Experten verschafft Sicherheit“, rät Hans-Peter Querbach. Wird das Fahrzeug für längere Zeit nicht bewegt, sollte es möglichst gut vor Sonneneinstrahlung geschützt sein.

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