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Neues Prüfverfahren

Nutzfahrzeuge müssen WLTP-Richtlinien erfüllen

(Foto: Matthias Voigt)

Seit September 2018 gilt das neue Testverfahren Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure (WLTP) nun auch für die Typzulassung von leichten Nutzfahrzeugen bis zu 3,5 Tonnen. Es ist ein weltweit einheitliches Verfahren zur Messung von Schadstoffemissionen.

Entspricht ein umgebautes Fahrzeug nicht mehr dem vom Hersteller homologierten Stand, müssen die Aufbauhersteller die Emissionen nach der neuen Norm erneut mit einem WLTP-Prüfzyklus nachweisen.

Das neue Testverfahren erfordert eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Aufbauhersteller, Fahrgestellhersteller und TÜV. Beispielsweise muss für jedes Fahrzeug ein individueller Kraftstoffverbrauchswert sowie ein CO2-Emissionswert bestimmt werden. Hierzu gibt es bisher keine Erfahrungswerte, deshalb sind neue Prozesse, inklusive ihrer Erprobung in der Praxis, notwendig. Von den Aufbauherstellern wird außerdem neues Know-how gefordert.

„Verantwortlich für die Schadstoffemissionen beim WLTP-Test und den dazugehörigen Verfahren 'Real Driving Emissions' (RDE) ist der Fahrgestell- beziehungsweise Motorhersteller“, erklärt Karsten Mathies, technischer Experte bei TÜV Hessen. „Die fertigenden Unternehmen stehen außerdem bei Nachprüfungen der Emissionen von Kundenfahrzeugen in der Pflicht“. Dafür benötigen Aufbauhersteller ein Berechnungsprogramm für CO2-Emissionen. Motoren- und Fahrgestellproduzenten geben außerdem die Fahrwiderstandsgrenzen in der Homologation vor und gestalten Aufbauleitfäden.

Das neue Prüfverfahren gilt auch für Fahrzeuge mit einer besonderen Zweckbestimmung. Für Reisemobile, Kranken- und Bestattungswagen oder Rollstuhltransporter gibt es jedoch besondere Bestimmungen.

 

TÜV Hessen auf dem Forum Fahrzeugbau

Am 30. Oktober 2018 findet erstmals das Forum Fahrzeugbau in Würzburg statt.

Bei dem Branchentreff für Nutz- und Sonderfahrzeugprofis, tauschen sich Hersteller von Nutz- und Sonderfahrzeugen, sowie deren Zulieferer miteinander aus. Das Thema „WLTP und RDE – Abgasemission und Verbrauch“ steht im Mittelpunkt des ersten Forums. Ziel der Veranstaltung ist, Herstellern von Nutz- und Sonderfahrzeugen neue Entwicklungen für ihre Aufbauten aufzuzeigen. Information zu aktuellen technischen und rechtlichen Themen stehen ebenfalls auf dem Programm. Das Forum wird von einer Fachausstellung begleitet.

TÜV Hessen unterstützt die Veranstaltung als Aussteller. „Das Forum Fahrzeugbau kann sich als Plattform für fachlichen Austausch etablieren. Deshalb sind wir gerne bei der Premiere zur Einführung von WLTP und RDE bei leichten Nutzfahrzeugen mit Mehrstufentypgenehmigung dabei“, sagt Karsten Mathies.

Beim Forum Fahrzeugbau diskutiert eine Expertenrunde darüber hinaus die Herausforderungen an den Fahrzeugbau bezüglich Zulassung und Vorgaben. Für TÜV Hessen sind Karsten Mathies und Bernhard Philipp in Würzburg vor Ort – und stehen für Fragen zur Mehrstufentypgenehmigung und der Einzelzulassung zur Verfügung. 

Automotive

Unsere Experten vom Technologie- und Umweltzentrum (TUZ) sind Dienstleister und Partner der Automotive-Branche bei Emissionsmessung und Homologation.

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