Viel mehr als ein Fahrrad

Dank moderner Elektromotoren sind Liegeräder von HP Velotechnik mit bis zu 45 km/h unterwegs. TÜV Hessen sorgt dafür, dass auch alles sicher ist. 

Jedes Liegerad von HP Velotechnik ist noch echte Handarbeit. Am Ende der Produktion steht die Abnahme von TÜV Hessen, um nicht nur modern, sondern auch sicher auf die Straße zu kommen.

Mit mehr als 40 km/h entspannt durch die Abenddämmerung. Deutlich zeichnet sich der Lichtkegel vor dem Fahrzeug gegen die länger werdenden Schatten ab. Einmal kurz blinken und dann zügig an den langsameren Fahrradfahrern vorbei, deren Muskelkraft der Geschwindigkeit Grenzen setzt. Und all das auch noch völlig emissionsfrei.

Wer jetzt an E-Mobilität im umweltfreundlichen Auto denkt, liegt nicht ganz richtig. Mit dem „Scorpion fs 26 S-Pedelec“ hat die in Kriftel beheimatete HP Velotechnik GmbH allerdings ein Liegerad auf den Markt gebracht, das dem Komfort eines klassischen Kraftfahrzeugs so nah kommt wie sonst kaum ein Fahrrad.

Doch mit dem steigenden Maß an Technik rückt auch die Betriebssicherheit stärker in den Fokus. Immerhin leistet der Nabenmotor am Hinterrad 400 Watt Dauerleistung und Unterstützung bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Um eine Betriebserlaubnis der Klasse L2e-P als motorisiertes mehrspuriges Fahrzeug zu erhalten, nimmt TÜV Hessen deshalb jedes Fahrzeug in einer Einzelabnahme ab. „Damit ist gewährleistet, dass Kunden bei jedem einzelnen Liegerad sicher sein können, dass es den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Gleichzeitig sind wir damit so etwas wie eine erweiterte technische Endkontrolle“, sagt Jürgen Meid, der im Wechsel mit anderen TÜV Hessen-Kollegen regelmäßig bei HP Velotechnik vor Ort ist und dem Unternehmen auch bei Beratungen zur Seite steht, welche Vorgaben im Rahmen der Straßenverkehrszulassung für die modernen Dreiräder relevant sind.

„Die über Jahre gewachsene Zusammenarbeit mit TÜV Hessen hat für uns den Vorteil, dass wir uns auf die Kernaufgaben beim Entwickeln der Liegeräder konzentrieren können“, sagt Alexander Kraft, Sprecher von HP Velotechnik. „Denn gerade die zunehmende Elektrifizierung von Antrieben verändert unsere Branche sehr stark. In unserer Manufaktur haben wir heute einen Anteil von über 50 Prozent an motorisierten Liegerädern. Unsere S-Pedelecs sehen wir zwischen einem Fahrrad und einem Auto positioniert.“

 

Autotechnik und bessere Akkus

Tatsächlich werden technische Errungenschaften aus dem Automobilbau inzwischen erfolgreich auf die Liegeräder adaptiert. So kommt etwa im Fahrwerk eine Einzelradaufhängung mit McPherson-Federbeinen und Stabilisatorsystem an den Dreieckslenkern zum Einsatz, um eine präzise Kurvensteuerung und ein hohes Maß an Sicherheit beim Bremsen zu gewährleisten. Blinker, Anzeige der Bremsflüssigkeit, Diebstahlsicherung, bauartgeprüfte Hupe und Beleuchtungseinrichtungen: Das sind nur einige der „Zutaten“ im Komplettsystem eines Fahrzeugs, das zuletzt auch von der stetig fortschreitenden Entwicklung immer leistungsfähigerer Akku-Technik profitierte. „Noch vor gut zehn Jahren wurden in der Branche Reichweiten von 30 Kilometern angegeben, real waren es am Ende vielleicht zehn oder zwölf“, erinnert sich Alexander Kraft. Der bei HP Velotechnik stärkste zum Einsatz gebrachte Akku liefert mittlerweile 636 Wattstunden, womit je nach Topografie, Fahrstil und Gewicht des Fahrers bis zu 100 Kilometer zurückgelegt werden können. Ein optionaler zweiter Akku kann die mögliche Fahrstrecke bis zur nächsten Steckdose verdoppeln.

Wichtig ist Alexander Kraft aber auch, dass bei den Liegerädern nicht nur über fortschreitende Technik gesprochen wird. Längst wird von den Kunden auch der Komfort gewürdigt. Mit einer Entlastung des Rückens und dank der Liegeposition spürbar niedrigerem Luftwiderstand lässt sich ein ungetrübter Panoramablick mit einer hervorragenden Straßenlage kombinieren. Natürlich hat dieser Spaß seinen Preis. Für etwa 9000 Euro wechselt ein neues „Scorpion fs 26 S-Pedelec“ den Besitzer. Doch es ersetzt dann auch so manche Autofahrt.


Autor: Sebastian Philipp

Homologation (Typprüfungen und Mustergutachten)

Wenn es um die Typprüfung geht, ist TÜV Hessen als Technischer Dienst mit eigenen Laboren seit vielen Jahren kompetenter Partner der Automobilindustrie.

 

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