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Arbeit ohne Handicap

Sozialbetriebe sind eine etablierte Größe der Arbeitsförderung. Um als zugelassene Anbieter am Markt agieren zu können, benötigen die Einrichtungen ein Zertifikat.

(Quelle: Diakoniewerk der Superintendenturen Sonneberg und Hildburghausen/Eisfeld e.V. )

Behindertenwerkstätten haben Konjunktur. Noch nie gab es deutschlandweit so viele Beschäftigte. Alleine in der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen sind rund 700 Betriebe mit mehr als 300.000 Beschäftigten organisiert. Der gesetzliche Auftrag ist es, Menschen mit Handicaps mit Arbeit an der Gesellschaft teilhaben zu lassen. Ob eine Werkstätte dazu geeignet ist, entscheidet die Bundesagentur für Arbeit gemeinsam mit dem Träger der Einrichtung.

Mit der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) soll die Qualität und damit die Leistungsfähigkeit des Fördersystems am Arbeitsmarkt nachhaltig verbessert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Anbieter von Arbeitsmarktdienstleistungen ihre Leistungsfähigkeit, qualifiziertes Personal und ein System zur Qualitätssicherung nachweisen.

Die Verordnung unterscheidet dabei zwei unterschiedliche Verfahren für sechs verschiedene Fachbereiche. Eine Maßnahmenzulassung ist nur bei einer beruflichen Eingliederung oder einer Weiterbildung notwendig. Private Arbeitsvermittlungen, Programme zur Berufswahl, Transfergesellschaften und Werkstätten benötigen eine Trägerzulassung, wenn sie mit Arbeitsagenturen oder Jobcentern zusammenarbeiten wollen. Dabei ist Flexibilität gefragt, denn auf den Auditor warten stets neue Verbindungen. „Weil es unzählige Trägerkombinationen gibt, sind die Konstellationen für AZAV-Zulassungen immer unterschiedlich“, sagt Steffen Heß, der sich bei TÜV Hessen auf die Verordnung spezialisiert hat.

Audit auf Augenhöhe

Beim Diakoniewerk Sonneberg und Hildburghausen/Eisfeld war Teamarbeit gefragt. Gemeinsam prüften Katja Gaumitz und Christoph Poß die Werkstätten für angepasste Arbeit (Wefa). Dabei profitierten die beiden Auditoren von ihrer Ortskenntnis. „Wir haben das Qualitätsmanagement der Diakonie 2012 erstmals zertifiziert“, berichtet Christoph Poß. „Seither waren wir regelmäßig für Re-Zertifizierungen an den verschiedenen Standorten der Diakonie aktiv.“

Die jahrelange Zusammenarbeit bei Zertifizierungsprojekten war auch der Grund, warum die Diakonie für die AZAV-Zulassung ihrer Werkstätten bei TÜV Hessen anfragte. „Wir wussten, dass die Prüfer auf Augenhöhe mit uns agieren“, berichtet Isabell Otto, Bereichsleiterin Arbeit und Wohnen des Diakoniewerks. Sie schätzt die sachliche Partnerschaft und die bewährte Qualität. „Seit unserer ersten AZAV-Zertifizierung 2014 haben wir auch bei den jährlichen Überwachungsaudits regelmäßig mit TÜV Hessen zusammengearbeitet.“ So auch bei der Re-Zertifizierung aller Standorte.

Fit für den Arbeitsmarkt

Das Angebot der Wefa richtet sich an Menschen mit Behinderung sowie mit psychischen Erkrankungen und ist in theoretische und praktische Einheiten unterteilt. Grundlage sind passende Konzepte für Arbeits- und Berufspädagogik. Die Beschäftigten der Werkstätten erhalten so fachliches Know-how aus den Bereichen Holzbearbeitung, Metall, Elektro. Zusätzlich werden Grundlagen in Lesen, Schreiben oder Rechnen vermittelt. Auch lebenspraktische Inhalten wie Förderung der Mobilität, Umgang mit Geld oder moderne Medien sind Teil des Lehrplans. 

Während des Audits werden Räumlichkeiten und die personelle Konstellation gründlich geprüft. „Neben einer sozialpädagogischen Ausbildung benötigen die Mitarbeiter auch eine Zusatzqualifikation für Behindertenwerkstätten“, erklärt Christoph Poß. „Darüber hinaus haben wir untersucht, ob die Barrierefreiheit gegeben ist oder ob es genügend Rückzugsmöglichkeiten gibt.“ Auch die Ausstattung wurde dabei unter die Lupe genommen. Das Ergebnis konnte überzeugen. „Die Wefa des Diakoniewerks Sonneberg und Hildburghausen/Eisfeld ist hervorragend aufgestellt“, bilanziert Christoph Poß.

Damit sind die Werkstätten weiterhin berechtigt, Bildungsprogramme an ihren Standorten in Sonneberg, Eisfeld und Hildburghausen anzubieten. Die Eingliederungschancen

für Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt werden so zusätzlich verbessert. „Dank der AZAV-Zertifizierung konnten wir einheitliche Standards an allen Standorten schaffen“, bilanziert Isabell Otto. „Die jährlichen Überwachungsaudits helfen uns dabei, unsere hohe Qualität zu halten und weiterzuentwickeln.“

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