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Reisemedizin: Schutz vor weltweiten Gefahren

Heike Merle, Betriebsärztin bei TÜV Hessen, bietet reisemedizinische Beratung und arbeitsmedizinische Vorsorge für beruflich bedingte Reisen ins Ausland an.

(Quelle: Matthias Voigt)

Wogegen muss ich mich impfen lassen, wenn ich nach Brasilien fliege? Hält mein Schutz gegen Hepatitis A und B noch, obwohl die Impfung schon acht Jahre alt ist? Und wie ist es um die medizinische Versorgung in meinem Zielland bestellt? Fragen, die Heike Merle so oder in ähnlicher Form regelmäßig hört. Und die sie allesamt beantworten kann. Denn Heike Merle ist niedergelassene Ärztin in Marburg – und zugleich Betriebsärztin bei TÜV Hessen.

 „Das Schlimmste, was passieren kann? Wenn die Patienten zu spät vorbeischauen“, sagt Merle. „Nach dem Motto: Am Montag geht mein Flieger, was brauche ich denn noch?“ In solchen Fällen kann es sein, dass das Flugzeug dann ohne den Mitarbeiter abhebt. Denn Impfungen brauchen eine gewisse Vorlaufzeit, damit der Impfstoff wirken kann.

Wenn ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter für einen Arbeitsaufenthalt ins Ausland schickt, muss er sich an die Arbeitsmedizinische Vorsorgeverordnung halten. Die besagt, dass bei Reisen in Länder der Tropen und Subtropen und bei Auslandsreisen mit besonderen klimatischen Belastungen und Infektionsgefährdungen eine Pflichtvorsorge zwingend ist. In diesem Fall muss der Mitarbeiter von einem Arzt mit der Gebietsbezeichnung „Arbeitsmedizin“ oder der Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“ Beratung und Vorsorge erhalten.

Ein Service, den TÜV Hessen seit Neuestem über Heike Merle in der Niederlassung am Römerhof in Frankfurt anbietet. „Gründliche Beratung ist dabei am Wichtigsten“, sagt die Ärztin. „Ich kläre nach dem Gespräch mit dem Klienten, welche genauen Untersuchungen Sinn machen.“ Denn die Vorsorge richtet sich zum einen nach den genauen Gegebenheiten im Reiseland; aber eben auch nach der individuellen, gesundheitlichen Verfassung des Mitarbeiters. Manchmal stecken die Tücken auch im Detail. So mag etwa der monatelange Aufenthalt in einem Land wie Südkorea zunächst unbedenklich erscheinen, zumal in der Hauptstadt Seoul. „Doch bei Personen mit Vorerkrankungen kann es auch andere Probleme geben, etwa beim Flug“, erklärt Heike Merle. Hier ist vor allem an Thrombosegefahren zu denken. Nützlich ist auch die Information, ob der Mitarbeiter in einem Büro arbeiten wird oder ob er sich vorwiegend unter freiem Himmel aufhält und dort eventuell körperlichen Gefahren ausgesetzt ist.

Gesundheitliche Gefahren lauern an vielen Orten – mit länderspezifischen Ausprägungen. „Eine unterschätzte Krankheit ist zum Beispiel Tollwut bei der Reise nach Asien oder Afrika“, sagt die Ärztin. Dort wird die Krankheit vornehmlich von Ratten, Fledermäusen und Hunden übertragen. Kritisch werden kann es dann, wenn man in ein Land fährt, in dem fast kein Impfstoff vorhanden ist – und wenn, dann meist nur in der Hauptstadt. Kriterien, auf die Heike Merle bei der reisemedizinischen Beratung eingeht, sind zudem schlechte hygienische Verhältnisse in Reiseländern, aber auch mangelnde Infrastruktur wie kein sicherer Zugang zu Trinkwasser. Und auch Hitze, Kälte, starke UV-Strahlung und hohe Luftfeuchtigkeit können eine Belastung für Menschen darstellen, nicht zuletzt für solche mit chronischen Erkrankungen.

Individuell zugeschnittene Beratung

Heike Merle hat eine Weiterbildung beim renommierten Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf absolviert. Und ist dank der regelmäßigen Refresher stets auf dem neuesten Stand, um einschätzen zu können, welche Gesundheitsgefahren sich in welchen Ländern wie verändert haben. So etwa bei Malaria: „Es gibt immer wieder Veränderungen der Ausbreitungsgebiete, und es kommen auch neue Impfstoffe hinzu.“ In ihrer Praxis am TÜV Hessen-Standort in Frankfurt empfängt sie Mitarbeiter mit bevorstehenden Auslandsreisen, aber auch solche, deren Aufenthalt gerade erst geendet hat. Für jeden hält sie eine individuell zugeschnittene Beratung parat. Die noch einen weiteren Vorteil hat: „Im Vergleich zu den Wartezeiten etwa bei Tropenmedizinern geht es bei uns von der Terminvereinbarung bis zur Untersuchung sehr schnell.“


Autor: Matthias Voigt

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