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Asbest: Sicherer Umgang schützt Gesundheit

Der Einsatz von Asbest ist seit mehr als 25 Jahren verboten. Doch der Baustoff ist auch heute noch Ursache schwerer Erkrankungen. Ein Grund ist der unsachgemäße Umgang bei Abbruch, Sanierung oder Instandhaltung. Zum Schutz der Gesundheit gibt es genaue Vorgaben.

(Quelle: istock / asbestorama)

In der Nachkriegszeit war Asbest ein geschätzter Allrounder am Bau. Das Wundermittel war feuerfest, isolierend, einfach zu verarbeiten – und vor allem: günstig. Nach 1950 wurden in deutschlanddeshalb etwa 4,4 Millionen Tonnen des Materials verarbeitet. Experten befürchten, dass bis zu 90 Prozent des verbauten Asbests noch heute in Wohnungen und Häusern vorhanden ist. Der Berliner Mietverein geht beispielsweise von mindestens 70.000 Wohnungen aus, in denen noch asbesthaltige Floor-Flex-Platten liegen.

Asbest galt der Bauindustrie vor allem in den 1960er- bis 1980er-Jahren als „Wunderfaser“ – die in mehr als 3.000 Produkten millionenfach auf Grundstücken und in Häusern deutschlandweit verbaut wurde. Man nutzte Asbest in Dach-Wellplatten, Wand- und Bodenplatten, im Dämmmaterial von Fassaden, in Brandschutztüren, Heizkörperverkleidungen und Hohlraumabdichtungen, auf der Unterseite von PVC-Böden, in Estrich, Fliesenklebern, Spachtelmasse und Dichtungen, aber auch in Abwasserrohren und Blumenkästen.

 

Schlummerndes Gesundheitsrisiko

Die Gefahr für die Gesundheit war bekannt. Spätestens gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wusste man, dass Asbest ein Krebserreger ist. Doch die Bedenken wurden lange ignoriert. Erst 1993 wurde das Material in Deutschland offiziell verboten. Seither dürfen Arbeitnehmer dem Stoff nicht mehr ausgesetzt sein. Bei Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten gelten zudem strenge Vorgaben. Auch Heimwerker sollten das Risiko bei Renovierungen berücksichtigen und sich entsprechend schützen.

Denn Asbest kann zahlreiche schwere Krankheiten auslösen. Seine Langlebigkeit wird zu einem Problem für die Gesundheit. Einmal eingeatmete fasern bleiben lebenslang in der Lunge oder in Nachbargewebe wie dem Bauch- und Rippenfell. Die dort entstehende chronische Entzündung führt zu Vernarbungen in den Organen – und kann langfristig Krebs auslösen. Weil die Erkrankung nicht sofort einsetzt, ist der Höhepunkt der von Asbest ausgelösten Lungenerkrankungen wahrscheinlich noch nicht erreicht ist. Doch die Zahlen sind eindeutig, nicht nur in Deutschland. Der Deutschlandfunk berichtete im März 2019, dass Asbest in Australien jährlich für mehr Todesfälle verantwortlich ist, als der Straßenverkehr.

 

Sachgemäßer Umgang mit Asbest

Für die Entsorgung von Asbest gilt daher höchste Vorsicht. Solange der Stoff gebunden oder verarbeitet ist, besteht keine Gefahr. Doch der gefährliche Staub entsteht, wenn unsachgemäße Renovierung dazu führt, dass die fasern freigesetzt werden. Deshalb wird bei Arbeiten mit asbesthaltigen Baustoffen die Schutzkleidung zur Pflicht. Sie besteht aus einem Ganzkörperanzug der Klasse 2, Handschuhen und einer Schutzmaske.

Enthält ein baufälliges Gebäude Asbest, sollten bei Abbruch, Sanierung oder Instandhaltung Experten hinzugezogen werden. Für Heimwerker ist es aufwendig, große Mengen des Stoffs zu entsorgen. Dabei gilt es nicht nur die strengen Richtlinien einzuhalten und nachzuweisen, sondern auch die passende Deponie zu finden. Beim Transport müssen die asbesthaltigen Baumaterialien staubdicht verpackt sein.

 

Auf Nummer sicher gehen

Mit bloßem Auge können die gefährlichen Fasern nicht erkannt werden. Das Baujahr eines Gebäudes ist allerdings ein gutes Indiz, ob ein Haus asbestbelastet ist. Im Zweifel hilft eine Materialprobe, die anschließend im Labor untersucht wird. Dafür reicht bereits eine geringe Menge des verdächtigen Stoffs. Die Stelle, an der die Probe entnommen wird, sollte zuvor mit Wasser benetzt werden, um asbesthaltigen Staub zu vermeiden. Während der Arbeiten Muss eine Einweg-Feinstaubmaske getragen werden. Anschließend wird das Werkzeug und die Entnahmestelle feucht abgewischt und das Reinigungstuch entsorgt.

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