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Sicherer Schulweg

Die Ferien in Hessen sind vorbei und tausende Schüler begeben sich jeden Morgen wieder auf den Weg in die Schule. Mit dabei: Erstklässler, für die mit ihrer Einschulung ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Neben ABC, Mathematik und Sachunterricht lernen die jüngsten Schüler auch, sich sicher im Verkehr zu bewegen.

(Quelle: Adobe Stock / U. J. Alexander)

Es sind aufregende Tage für die Kinder. Mit dem Schulanfang lernen sie viele neue Dinge kennen und müssen die verschiedenen Eindrücke verarbeiten. Dazu zählt auch der Schulweg, denn er ist mit vielen Fragen verbunden: Woher weiß ich, dass mich der Autofahrer gesehen hat? Wo gehe ich sicher über die Straße? Wann halten die Autos vor dem Zebrastreifen an?

„Das sichere und richtige Verhalten im Straßenverkehr müssen Kinder erst lernen und verinnerlichen“, sagt Steffen Seehars, CSR-Manager von TÜV Hessen. Um die jungen Schüler zu schützen, sind deshalb alle Verkehrsteilnehmer gefragt. Denn bei Grundschülern sorgt ihre geringe Körpergröße für erhebliche Nachteile. Zudem können die Kinder kritische Situationen meist noch nicht einschätzen. Das Gefühl für Distanz und Geschwindigkeit müssen sie erst noch entwickeln. Hinzu kommt das eingeschränkte Sichtfeld, das einen Überblick der gesamten Verkehrssituation erschwert. Erstklässler lernen das Richtungshören noch, das für die Ortung von Gefahren im Straßenverkehr wichtig ist.

 

Übung braucht Zeit

Deshalb sollten Eltern die Initiative ergreifen und Kinder mit den Verkehrsregeln vertraut machen. So entwickeln Grundschüler die nötige Routine für den Umgang mit anderen Verkehrsteilnehmern. Häufig auftretende Situationen sorgen für den richtigen Ablauf, etwa beim Überqueren einer Straße. Gerade Eltern sind in der Vorbereitung gefragt. Hilfe erhalten sie dabei von Städten, Gemeinden und Grundschulen. Ein Schulwege-Plan gibt Empfehlungen für geeignete Strecken.

Ist der sicherste Schulweg gefunden, sollte die Familie die Strecke mehrmals gemeinsam erkunden und üben. So sammeln die Kinder Erfahrung und lernen schwierige und gefährliche Punkte auf ihrem Weg kennen und mit ihren umzugehen. Dazu zählen zum Beispiel Baustellen oder stark befahrene Straßen. Hier gilt es, geeignete Stellen oder Möglichkeiten zu finden, an denen sich die Schulanfänger sicher bewegen können. „Der kürzeste Weg ist nicht immer gleichzeitig der sicherste Weg“, weiß Steffen Seehars. „Manchmal sind kleine Umwege eine nützliche Alternative“.

 

Die richtige Ausrüstung

Schon wenige Wochen nach dem Start ins Schulleben werden die Tage kürzer. Der Weg zur Schule beginnt dann häufig schon in der Dämmerung. Auffällige helle oder farbige Kleidung sorgt dafür, dass Kinder von anderen Verkehrsteilnehmern schneller wahrgenommen werden. Reflektoren auf den Schulranzen oder der Jacke sind weitere Hilfen, mit denen die Sichtbarkeit erhöht wird. Laut ADAC können Kinder bereits aus 140 Meter Entfernung wahrgenommen werden, wenn sie eine Sicherheitsweste und helle Kleidung tragen.

Bei der Auswahl des Schulranzens ist die Sicherheit ebenfalls ein wichtiger Faktor. Auch hier spielt die Größe der Kinder eine Rolle. Ist der Ranzen breiter als die Schultern, schränkt er den Blick beim Umdrehen gefährlich ein. Die Deutsche Verkehrswacht empfiehlt, zusätzlich auf große Leuchtflächen zu achten. Signalfarbflächen sorgen für eine für eine gute Sichtbarkeit, reflektierende Flächen bieten eine ausreichende Sichtbarkeit in der Dämmerung. Deshalb sollten 20 Prozent der Oberfläche mit fluoreszierendem Material ausgestattet sein und weitere 10 Prozent retroreflektierendes Material beinhalten.

 

Eigenes Verhalten anpassen

Speziell in der Nähe von Grundschulen sollten Autofahrer darüber hinaus entsprechend vorsichtig fahren. „Das Verhalten im Verkehr sollte generell immer rücksichtsvoll sein“, erklärt Steffen Seehars, der für TÜV Hessen auch das Engagement der Prüfgesellschaft in der Aktion „Sicher unterwegs in Hessen“ koordiniert – einer Initiative mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit weiter zu verbessern. Dazu zählt, im Verkehr Rücksicht auf die kleinsten und schwächsten Teilnehmer zu nehmen.

Nicht nur im Verkehr haben Erwachsene eine Vorbildfunktionen, derer sie sich bewusst sein müssen. Kinder übernehmen sonst die schlechten Angewohnheiten und machen Fehler, die sie in Gefahr bringen. Eltern sollten deshalb stets mit gutem Beispiel vorangehen – und den Schulanfängern dabei helfen, sich aktiv im Straßenverkehr zurechtzufinden.

Die regelmäßige Fahrt mit dem Auto zur Schule ist dagegen keine Unterstützung. Elterntaxis erhöhen vielmehr die Unfallgefahr, denn häufig haben es die Erwachsenen eilig, um schnell zur Arbeit zu kommen. Ein unübersichtliches Gewimmel vor dem Eingang zur Schule und viele parkende Autos machen die Situation zusätzlich unübersichtlich und gefährlich. Darunter leiden vor allem die jüngsten Verkehrsteilnehmer.

CSR - Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft

TÜV Hessen übernimmt mit seinen Aufgaben weitreichende Verantwortung für Wirtschaft, Gesellschaft, Mitarbeiter und Umwelt.

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