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Energiewende: Dekarbonisierung der Industrie

Weltweit ist die Energiewende in vollem Gange. Die Dekarbonisierung – der Abschied von fossilen Brenn- und Rohstoffen – hat eine zentrale Bedeutung bei der Abbremsung des Klimawandels. Doch was bedeutet Dekarbonisierung? Und welche Folgen kommen auf die Industrie zu?

Bei der Klimakonferenz in Glasgow letztes Jahr haben sich die Delegierten zu einem verstärkten Kampf gegen die Erderwärmung bekannt. In Schottland wurde das 1,5 Grad-Ziel nochmal deutlicher formuliert als im Pariser Klimaschutzabkommen. Als konkreter Ansatzpunkt gilt speziell der Kohleausstieg. Denn es ist klar, dass die bisherigen Bemühungen nicht ausreichen, um die Erderwärmung unter 1,5 Grad zu halten – im Gegenteil. Pessimistische Stimmen denken längst daran, die Auswirkungen des Klimawandels so gut es geht zu begrenzen. In jedem Fall muss ein Umdenken stattfinden.

 

Dekarbonisierte Industrie

Die Dekarbonisierung ist daher ein zentraler Baustein der Energiewende. Hierfür müssen erneuerbare Energien noch stärker zum Einsatz kommen als bisher. Das Ziel der Dekarbonisierung sind Produktionsprozesse, bei denen kein Kohlenstoffdioxid entsteht.

Neben dem Energiesektor geht der größte Anteil der weltweiten Emissionen auf das Konto der Industrie – im Jahr 2020 waren es mehr als 113 Millionen Tonnen CO2-äquivalente Treibhausgasemissionen. Die Branche „Eisen und Stahl“ machte mit etwa 28 Prozent den größten Anteil an den gesamten Industrieemissionen aus, gefolgt von Raffinierien, der Zementproduktion und der chemischen Industrie. Zu den CO2-äquivalenten Treibhausgasen gehören neben Kohlenstoffdioxid auch Methan, Distickstoffmonoxyd, Hydrofluorcarbon, Perfluorcarbon und Schwefelhexafluorid.

Um die Emissionen zu reduzieren, muss die Industrie eine CO2-neutrale Produktion einführen. Für die Dekarbonisierung sind neue Technologien, Verfahren und Prozesse gefragt, in denen fossile Brennstoffe von Windkraft, Sonnenenergie oder Wasserstoff beziehungsweise Brennstoffzellen ersetzt werden. Energieintensive Branchen stehen dabei im Fokus. Zwei Drittel der verursachten Industrieemissionen könnten grundsätzlich mit treibhausgasneutralen Energieträgern vermieden werden.

 

Vergleichbare Prozesse

Neue Technologien oder alternative Energieträger können also prozessbedinge Emissionen vermeiden oder zumindest verringern. Doch nicht alle Branchen können ihre Produktion komplett emissionsfrei gestalten. An manchen Stellen werden weiterhin Treibhausgase entstehen, die kompensiert oder anderweitig genutzt werden müssen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung sind vergleichbare Prozesse, um die Höhe der Einsparungen zu berechnen und zu dokumentieren.

Die Analyse von komplexen Herstellungsverfahren ist dabei eine Herausforderung, denn nicht jeder Prozess lässt sich ohne weiteres umstellen. Bei der Umstrukturierung der Produktion werden Unternehmen daher häufig von externen Beratern unterstützt. Erste Ansätze sind eine effizientere Herstellung oder der Einsatz von regenerativ erzeugter Energie. Sollten dennoch unvermeidbare Treibhausgasemissionen entstehen, kann eine Kompensation über anerkannte Klimaschutzprojekten entstehen. Unabhängige Zertifizierungsdienstleister weisen anschließend die eingesparten CO2-äquivalenten Treibhausgasemissionen nach.

 


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