Versorgungssicherheit: Beim Thema Wasserstoff heißt es Gas geben

Der Krieg in der Ukraine hat die deutsche Abhängigkeit von russischem Erdgas deutlich gezeigt. Für viele Unternehmen stellt sich die Frage nach der Versorgungssicherheit, um die eigene Lieferkette aufrechtzuerhalten. Auf der Suche nach Lösungen nimmt Wasserstoff eine Schlüsselrolle ein.

(Quelle: getty images / DarioEgidi)

In der Energiepolitik nimmt Versorgungssicherheit eine zentrale Rolle ein. Zurecht, denn der Angriffskrieg der russischen Regierung hat auch die Abhängigkeit Deutschlands von Erdgas deutlich gemacht. Rund 55 Prozent des in Deutschland genutzten Erdgas kam bis zum Kriegsbeginn aus Russland. Das Gas deckt etwa 27 Prozent des Primärenergieverbrauchs und ist vor allem bei der Wärmeversorgung und der Stromerzeugung ein bedeutender Energieträger.

 

Energiewandel fördert Versorgungssicherheit

Versorgungssicherheit ist ein zentrales Ziel der Energiepolitik. Denn der benötigte Energiebedarf zur Energieversorgung muss den verschiedenen privaten und gewerblichen Verbrauchern jederzeit zur Verfügung stehen. Abhängig von Energieträger und Verbrauchssektor gibt es jedoch unterschiedliche Gefährdungen der Versorgungssicherheit. Kein Wunder, dass Wirtschaftsminister Robert Habeck unmittelbar nach Kriegsausbruch mit der Suche nach Alternativen zum russischen Erdgas begann.

Wasserstoff kann eine wichtige Lösung sein – und zum Energieträger der Zukunft werden. Das Gas sollte ohnehin mittelfristig Erdgas als Energieträger und Produktionsstoff ersetzen und zusätzlich in neuen Kraftwerken zur Stromproduktion eingesetzt werden. Unter diesen Voraussetzungen ist Wasserstoff ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Energiewende.

 

Vielseitiger Energieträger Wasserstoff

Das Element Wasserstoff besticht mit seiner vielseitigen Nutzung. Damit entsteht das Potenzial, mit einem einzigen Energieträger die Sektoren Strom, Wärme und Verkehr zu versorgen und gleichzeitig ein nachhaltiges, integriertes Energiesystem zu etablieren. Ein Vorteil bei Einsatz von Wasserstoff ist die bereits bestehende und weit verzweigte Gasinfrastruktur. Mit Anpassungen kann der Energieträger sowohl in Privathaushalte als auch an Industriestandorte geliefert werden. Vor diesem Hintergrund ist es mehr als nachvollziehbar, dass Wasserstoff als Schlüsseltechnologie auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft gilt.

Entscheidend für den Weg zur Klimaneutralität ist der „grüne“ und der „blaue“ Wasserstoff. Bei der Erzeugung von „grünem“ Wasserstoff wird regenerative Energie verwendet. Zur Elektrolyse wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Der Energieträger kann anschließend direkt am Produktionsstandort genutzt – oder über umgerüstete Pipelines zu den Verbrauchern transportiert werden. Experten schätzen, dass in Deutschland bis 2030 rund 5.100 km Leitungen den Energieträger befördern können.

 

Bedingungen der Versorgungssicherheit

Seine Speicherfähigkeit ist der entscheidende Vorteil von Wasserstoff. Wird der Energieträger nicht unmittelbar verwendet, ist eine Speicherung möglich, etwa in bereits bestehenden Salzkavernen.  Damit erhöht sich die Versorgungssicherheit deutlich, denn die Erzeugung von erneuerbaren Energien wird unabhängiger vom Wetter oder anderen saisonalen Einflüssen. Für dieses Szenario muss allerdings ausreichend grüner Strom verfügbar sein, ebenso wie das Leitungsnetz zur Speicherung und Distribution.

Die grüne Erzeugung steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Deshalb ist die saubere Beschaffung großer Wasserstoffmengen aktuell die größte Herausforderung bei der Einführung von Wasserstoff als Energieträger der Zukunft. Etablierte Methoden wie Steam Reforming benötigen viel zu viel CO2. Einkäufe auf dem Weltmarkt inklusive Transport und die Lagerung von großen Mengen Wasserstoff sind Neuland und schaffen neue Abhängigkeiten. Die Geschwindigkeit der Energiewende geht daher Hand in Hand mit dem Aufbau der benötigen Wasserstoff-Infrastruktur.

 


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