Viele Vorurteile über Elektroautos halten sich hartnäckiger, als sie es verdienen. Höchste Zeit, mit ein paar eisigen Mythen aufzuräumen.
Mythos 1: „Im Winter bricht die Reichweite völlig ein.“
Klar, Kälte ist nicht die beste Freundin einer Batterie. Die Chemie im Akku läuft bei Frost so zäh wie Honig aus dem Kühlschrank. Tests bestätigen: Die Reichweite sinkt meist um rund 20 bis 35 Prozent, auf Kurzstrecken auch mal mehr. Aber: Moderne Elektrofahrzeuge verfügen über Batteriemanagementsysteme, um diesen Effekt auszugleichen. Diese Systeme überwachen die Temperatur der Batterie und aktivieren bei Bedarf Heizelemente, um die Batterie auf einer optimalen Betriebstemperatur zu halten. Damit hält sich der Reichweitenverlust in Grenzen.
Mythos 2: „Schnellladen funktioniert bei Kälte gar nicht.“
Im Winter ist ein Akku wie ein verschlafener Teenager: Morgens braucht er etwas länger, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Das gilt auch beim Aufladen: der Wagen schützt sich, indem er die Ladeleistung reduziert. Heißt: Es dauert länger, bis das Fahrzeug voll geladen ist.
Moderne Autos wärmen den Akku sogar automatisch vor, sobald ein Schnelllader aktiviert ist. Kurz: Der Akku sagt nicht „Nein danke“, sondern eher: „Gib mir fünf Minuten zum Wachwerden.“
Mythos 3: „Im Stau friert man im E‑Auto fest.“
Das Bild vom bibbernden Elektroautofahrer im Winterschlafsack hält sich hartnäckig, doch es ist falsch. E‑Autos können stundenlang heizen, sogar effizienter als viele denken. Vor allem Sitz‑ und Lenkradheizung sind kleine Effizienz‑Superhelden und verbrauchen kaum Strom. Diverse Tipps zeigen: Bei cleverer Nutzung bleibt das Auto warm, ohne dass der Akku sofort aufgibt. Also: Keine Panik vor dem Winterstau.
Mythos 4: „Vorkonditionieren lohnt sich immer.“
Viele glauben, dass ein vorgewärmter Akku für magische Superreichweiten sorgt. Doch so einfach ist es nicht. Denn das Vorheizen kostet auch Energie. Manchmal mehr, als man später beim Laden spart. Tests zeigen zwar kürzere Ladezeiten, aber auch spürbaren Mehrverbrauch. Der Verbrauch ist also situationsabhängig, bei langen Fahrten ist Schnellladen beispielsweise sinnvoll.
Mythos 5: „Winterurlaub mit dem E‑Auto? Viel Spaß beim Stehen!“
Moderne E‑Autos fahren im Winter mehr als 400 Kilometer am Stück, manche laden sogar in 20 Minuten Energie für weitere 250 bis 300 Kilometer nach. Wintersimulationen zeigen: Es braucht häufig nur ein bis zwei kurze Stopps, also alles völlig normal. Und ganz ehrlich: Eine Pause tut den fahrenden ohnehin gut. Ob Kaffee, Toilette oder einfaches Beine Vertreten: auch der menschliche Akku will aufgeladen werden.
Fazit
Elektroautos sind im Winter kein Drama. Mit etwas Pflege, vorausschauendem Fahren und guter Planung kommt man wunderbar durch die frostige Saison. Die Mythen bleiben lieber draußen in der Kälte, damit die Fahrzeuge entspannt und warm durch den Winter gleiten.


