Die häufigsten Mängel betreffen Scheinwerfer, Bremsanlage, Federn und Reifen. Oft reichen wenige Minuten Vorbereitung, um Ärger und eine Nachprüfung zu vermeiden. Wer Warnzeichen ernst nimmt und typische Schwachstellen im Blick behält, fährt sicherer und kommt zuverlässiger durch den Termin.
Was sind die häufigsten Mängel bei der HU?
In aktuellen TÜV Report hatten 21,5 Prozent der Fahrzeuge erhebliche oder gefährliche Mängel und bekamen keine Plakette. Unsere Rangliste zeigt die typischen Problemzonen und Defekte.
- Abblendlicht: Ausfall oder falsche Einstellung, geringe Leuchtwirkung, kaputte oder unzulässige Lichtquellen, stellenweise Ausfall bei LED
- Bremsscheiben: Riefenbildung, starke Korrosion, Verzug, Risse, verölt, fehlendes oder beschädigtes Abschirmblech
- Bremsbeläge: zu dünn, ungleichmäßig abgenutzt, lose, verölt, falsch montiert oder falsche Größe
- Bremsleitungen: undicht, korrodiert, gequetscht, schlecht befestigt, falsch verlegt, unsachgemäß repariert
- Federn: gebrochen, stark verschlissen, unzulässig verändert oder falsch montiert, fehlende Vorspannung
- Reifen: zu geringe Profiltiefe, Risse, Beulen, Fremdkörper, unzulässige Größe, mangelnde Freigängigkeit, einseitiger Abrieb, unzulässige Mischbereifung
- Fahrtrichtungsanzeiger: Feuchtigkeit, defekte LED-Elemente, falsche Farbe, mangelhafte Befestigung, Massefehler
- Umweltbelastung: sichtbarer Ölverlust des Motors mit Abtropfen
- Schweller: beschädigt, korrosionsgeschwächt oder durchgerostet, unsachgemäß repariert
- Schwingungsdämpfer: undicht, Wirkung ungleichmäßig, Lager ausgeschlagen, Kolbenstange korrosionsgeschwächt, beschädigte Anschlaggummis
Warum sind Scheinwerfer so oft ein Problem?
Ausfälle und falsche Einstellung sind die Hauptgründe. Wenn das Abblendlicht nicht funktioniert oder der Lichtkegel zu hoch oder zu niedrig steht, leidet die Sicht und andere werden geblendet. Bei komplexen LED-Scheinwerfern reichen Teildefekte schon für eine Beanstandung. Praktischer Tipp: Alle Leuchten vor der HU kurz prüfen, inklusive Kennzeichenbeleuchtung. Bei vielen Modellen lässt sich das Leuchtmittel selbst wechseln. Wer unsicher ist lässt die Einstellung in der Werkstatt checken. Im Herbst gibt es oft den Lichttest kostenlos.
Uwe Herrmann, Leiter der Technischen Prüfstelle von TÜV Hessen, erklärt: „Ein sauber eingestelltes Licht ist kein Luxus. Es entscheidet im Zweifel darüber, ob ein Verkehrsteilnehmer gesehen oder zu spät erkannt wird.“
Wie erkenne und vermeide ich Bremsenmängel?
Abgenutzte Bremsscheiben, riefenreiche Laufflächen, starke Korrosion und verölte Flächen sind typische Fehlerbilder. Zu dünne, ungleichmäßig abgefahrene oder falsch montierte Beläge führen ebenfalls zum Nichtbestehen. Besonders kritisch sind undichte oder stark korrodierte Bremsleitungen. Deshalb gilt es, Warnzeichen wie Geräusche, Rubbeln oder ein Ziehen beim Bremsen ernst nehmen. Die Bremsen sollten außerdem bei jedem Service mitgeprüft werden.
Was ist an Federn und Dämpfern besonders kritisch?
Defekte mindern Stabilität und verlängern den Bremsweg. Gebrochene oder verschlissene Federn und undichte Dämpfer machen das Auto schwammig und verlängern den Bremsweg messbar. Im Ernstfall bricht eine Feder und das Fahrzeug wird sofort schwer kontrollierbar. Erste Vorboten sind Vibrationen am Lenkrad, starkes Kopfnicken beim Bremsen, Ölspuren oder ungleichmäßig abgenutzte Reifen. Bei solchen Anzeichen ist der Werkstattbesuch Pflicht.
Welche Reifenmängel führen am häufigsten zum Durchfallen?
Zu wenig Profil, Risse, Beulen und falsche Dimensionen sind die Klassiker. Häufig fällt auch eine unzulässige Mischbereifung auf. Wichtig ist außerdem, die Profiltiefe regelmäßig zu prüfen. Empfohlen sind mindestens vier Millimeter obwohl gesetzlich 1,6 Millimeter reichen. Reifen altern darüber hinaus auch bei wenig Laufleistung und sollten nach sechs bis acht Jahren ersetzt werden.
„Der beste Reifen nützt wenig, wenn Profil Alter und Dimension nicht passen“, bilanziert Uwe Herrmann
Welche weiteren Schwachstellen tauchen bei der HU häufig auf?
Blinker, Ölverlust am Motor, Schweller und Dämpfer stehen oft auf der Mängelliste. Außerdem werden Feuchtigkeit in Leuchten, falsche Farben oder defekte LED-Elemente beanstandet. Sichtbar abtropfendes Öl führt direkt zum Nichtbestehen. Rost an tragenden Karosserieteilen wie Schwellern ist ebenfalls sicherheitsrelevant. Undichte oder schwache Schwingungsdämpfer verschlechtern Spurtreue und Bremsweg.
Uwe Herrmann ergänzt: „Unsachgemäße Reparaturen sind ein Dauerproblem. Wer improvisiert, statt fachgerecht zu reparieren, verschiebt und erhöht die Kosten sowie das Risiko.“
Wie bereite ich mich in 15 Minuten auf die HU vor?
Eine kurze Routine deckt die meisten Punkte ab. Erst Licht prüfen inklusive Blinker, Warnblinker, Bremslichter und Kennzeichenbeleuchtung. Dann Reifen ansehen, Profil messen und Seitenwände checken. Cockpit auf Warnleuchten kontrollieren. Ein Blick unter das Auto zeigt Öl oder andere Flüssigkeiten. Bremsscheiben werden auf tiefe Riefen geprüft und die Bremsen bei langsamer Fahrt und strikter Beobachtung des weiteren Verkehrs kräftig getestet. Ein Poltern oder Klappern weist auf Fahrwerksprobleme hin. Übrigens: Eine ausführliche Checkliste gibt es auf der Website von TÜV Hessen.
FAQ
- Wie oft sollte ich das Licht prüfen?
Einmal im Monat und vor jeder längeren Fahrt. Nach Fahrwerksarbeiten die Einstellung kontrollieren lassen.
- Woran erkenne ich Probleme an den Bremsen?
Geräusche Rubbeln und ein Ziehen beim Bremsen sind Warnzeichen. Eine sichere Beurteilung macht die Werkstatt.
- Reicht bei den Reifen gesetzlich 1,6 Millimeter Profil?
Es reicht für die Mindestanforderung. Für nasse oder kalte Bedingungen sind vier Millimeter deutlich sicherer.
- Wie alt dürfen Reifen maximal sein?
Spätestens nach sechs bis acht Jahren sollte man die Reifen tauschen. Gummi wird spröde und der Grip nimmt ab.
- Was tun bei Feuchtigkeit in der Leuchte?
Nicht ignorieren. Abdichten oder das Bauteil ersetzen lassen, sonst drohen Ausfälle und Beanstandungen.
- Ist Selberschrauben ein Problem für die HU?
Unsachgemäße Reparaturen fallen bei der Prüfung auf und sind ein Sicherheitsrisiko. Schwachstellen müssen fachgerecht behoben werden.
- Hilft ein Vorab Check-in der Werkstatt?
Ja, vor allem bei älteren Fahrzeugen oder wenn mehrere Auffälligkeiten bestehen. Das spart Zeit und oft auch Geld.


