Für sparsames Fahren gibt es viele Stellschrauben. Die größte Wirkung haben die Fahrweise, das richtige Tempo, ein gut gepflegtes Auto und ein bewusster Umgang mit Technik und Zubehör. Schon kleine Veränderungen können bis zu 20 Prozent Kraftstoff einsparen. Auch das Entrümpeln des Autos, der richtige Reifendruck und eine vorausschauende Fahrweise können für den Geldbeutel eine Entlastung sein. Denn 17 Prozent Steuererleichterung für zwei Monate sind nicht alles.
Uwe Herrmann, Leiter der technischen Prüfstelle von TÜV Hessen, empfiehlt: „Wer sein Auto bewusst bewegt, spart nicht nur Sprit, sondern fährt entspannter und sicherer zugleich. Oft machen viele kleine Gewohnheiten zusammen den großen Unterschied.“
Checkliste: Tipps für weniger Spritverbrauch
Fahrweise
- Verhalten beschleunigen und früh hochschalten,
- Mit rund 2000 Umdrehungen pro Minute fahren
- Geschwindigkeit möglichst konstant halten
- Unnötiges Bremsen vermeiden
- Vorausschauend fahren
- Rollphasen (Segeln) nutzen, statt abrupt zu bremsen
- Keine unnötigen Kurzstrecken
Technik & Fahrzeug
- Eco‑Modus bei Automatik nutzen
- Motor bei längeren Wartezeiten ausschalten, etwa ab 20 Sekunden
- Reifendruck regelmäßig prüfen
- Leichtlauföle verwenden
- Wenn möglich Leichtlaufreifen nutzen
Beladung & Zubehör
- Dachträger und Dachboxen entfernen, wenn sie nicht gebraucht werden
- Auto von unnötigem Ballast befreien
Sonstige Spartipps
- Klimaanlage nur nutzen, wenn es nötig ist
- Benzin- und Dieselpreise vergleichen
- Spritpreis‑Apps nutzen
- teure Autobahntankstellen meiden
- Fahrgemeinschaften bilden
Warum hilft eine angepasste Fahrweise beim Sparen?
Eine ruhige und gleichmäßige Fahrweise sorgt dafür, dass das Auto weniger Energie für Beschleunigung und Bremsmanöver verbraucht. Moderne Motoren nutzen die Schubabschaltung im Rollen, damit beim Gaswegnehmen kein Kraftstoff fließt. Auf diese Weise lassen sich im Alltag zehn bis zwanzig Prozent einsparen. Gleichzeitig läuft der Motor im unteren Drehzahlbereich besonders effizient, weshalb frühes Hochschalten empfohlen wird.
Wie stark beeinflusst das Tempo den Verbrauch?
Ein niedrigeres Tempo spart enorm viel Sprit, da der Luftwiderstand bei höheren Geschwindigkeiten deutlich zunimmt. Wer auf der Autobahn statt 140 eher 120 fährt, senkt den Verbrauch deutlich und kommt selten viel später ans Ziel.
Warum sind kurze Strecken so teuer?
Kurze Fahrten verbrauchen besonders viel Sprit, weil Motor und Katalysator noch nicht warm sind. Der Motor läuft mit einem angereicherten Gemisch und braucht mehrere Kilometer, bis er effizient arbeitet. Für kurze Wege lohnt sich daher der Griff zum Rad oder ein kleiner Fußweg.
Welche Rolle spielen Reifen und Fahrzeugpflege?
Reifendruck und Wartung sind entscheidend. Ein zu niedriger Druck kann den Verbrauch um bis zu fünf Prozent erhöhen, verschleißt Reifen schneller und schmälert die Fahrsicherheit. Regelmäßige Wartung von Motor, Filtern und Zündkerzen sorgt zusätzlich dafür, dass das Auto sparsam arbeitet.
Was bringt weniger Gewicht und weniger Luftwiderstand?
Jedes Kilo Gewicht und jede Form von Anbauteilen erhöhen den Verbrauch. Dachboxen oder Fahrradträger können bis zu einem Liter zusätzlichen Verbrauch pro 100 Kilometer verursachen, teilweise sogar mehr. Wer das Zubehör nicht braucht, sollte es unbedingt abbauen.
FAQ
- Wie viel kann man mit bewusstem Fahren wirklich sparen?
Je nach Fahrweise sind Einsparungen zwischen zehn und zwanzig Prozent realistisch. In Kombination mit weiteren Maßnahmen können es sogar bis zu dreißig Prozent sein.
- Ist es besser, im Leerlauf zu rollen?
Nein. Moderne Autos haben eine Schubabschaltung, die im eingelegten Gang keinen Kraftstoff verbraucht. Im Leerlauf läuft der Motor dagegen weiter und braucht Sprit.
- Hilft der Eco-Modus wirklich?
Ja. Viele Automatikfahrzeuge schalten im Eco‑Modus früher hoch und halten die Drehzahl niedriger, was den Verbrauch senkt.
- Wie oft sollte der Reifendruck geprüft werden?
Etwa bei jedem zweiten bis dritten Tankstopp. Temperaturunterschiede können den Druck zusätzlich verändern.


