Die technische Qualität der Busse in Deutschland nimmt ab. Immer mehr Fahrzeuge fallen bei der Hauptuntersuchung durch oder weisen erhebliche Mängel auf – und das bereits nach relativ kurzer Einsatzzeit. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Fahrzeuge ohne Beanstandung. 

Für den aktuellen TÜV Bus-Report wertete der TÜV-Verband rund 67.000 Hauptuntersuchungen von Reise- und Linienbussen aus. Grundlage ist der amtliche Prüfkatalog für die Hauptuntersuchung (HU), in dem vom Gesetzgeber mehr als 145 einzelne Prüfpunkte vorschreibt. Anders als Pkw müssen die Kraftomnibusse mit acht oder mehr Sitzplätzen jährlich zur HU. Außerdem gibt es für Busse zusätzlich eine halbjährliche Sicherheitsprüfung, die ab einem Fahrzeugalter von drei Jahren sogar alle drei Monate absolviert werden muss.

 

Checkliste: Zentrale Ergebnisse des Reports

  • Anteil der Busse mit erheblichen oder gefährlichen Mängeln liegt bei rund 19 Prozent
  • Anteil mängelfreier Fahrzeuge ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken
  • Mängel treten zunehmend in frühen Nutzungsjahren auf
  • Nach wenigen Jahren fällt bereits jeder fünfte Bus bei der Prüfung durch
  • Durchschnittliche Laufleistung bleibt weitgehend konstant
  • Ölverlust ist der häufigste festgestellte Mangel
  • Beleuchtung gehört weiterhin zu den typischen Schwachstellen
  • Probleme bei Motor und Abgasreinigung nehmen zu
  • Fahrwerk und Achskomponenten zeigen häufiger Auffälligkeiten
  • Rost gewinnt mit steigendem Fahrzeugalter an Bedeutung

Warum fallen immer mehr Busse durch die Prüfung? 

Aus Kostengründen wird die Wartung der Fahrzeuge zu oft aufgeschoben. Viele Betriebe stehen wirtschaftlich unter Druck und sparen genau dort, wo es langfristig teuer wird. Gleichzeitig werden die Busse stark beansprucht. Im Durchschnitt haben die Fahrzeuge im Berichtsjahr 2026 rund 396.000 Kilometer auf dem Tacho. Uwe Herrmann sagt dazu: „Viele Mängel ließen sich einfach vermeiden, wenn die Fahrzeuge häufiger gewartet werden.“

 

Welche Mängel treten besonders häufig auf?

Vor allem klassische Verschleißthemen fallen beim der Hauptuntersuchung immer wieder auf. Ölverlust steht ganz oben, gefolgt von Problemen bei der Beleuchtung sowie Auffälligkeiten am Motor oder in der Abgasreinigung. Auch Fahrwerk und Rost spielen zunehmend eine Rolle.

 

Warum zeigen bereits junge Busse Probleme?

Weil Pflege und Kontrolle nicht mehr die gleiche Priorität haben. Fahrzeuge fallen bereits nach kurzer Zeit durch die Prüfung, obwohl sie eigentlich noch in gutem Zustand sein sollten.

Uwe Herrmann kommentiert: „Wenn ein Bus schon nach kurzer Zeit auffällige Mängel hat, ist das kein Zufall, sondern ein klares Signal, dass die Wartung nicht priorisiert wird.“

 

Liegen die schlechten Ergebnisse an einer stärkeren Nutzung?

Nein. Die Daten zeigen, dass die Laufleistung der Fahrzeuge weitgehend stabil bleibt. 388.000 Kilometer legten die Fahrzeuge 2024 im Schnitt zurück, im Berichtsjahr 2026 waren es rund 396.000 Kilometer. Der Verschleiß an den Fahrzeugen ist daher nicht ausschließlich auf die Belastung zurückzuführen. Die Ursache der schlechten Ergebnisse liegt vielmehr in der fehlenden Instandhaltung. 

 

Was bedeutet das für die Sicherheit?

Die Lage ist ernst, aber nicht aus dem Ruder gelaufen. Die Hauptuntersuchung wirkt wie ein Frühwarnsystem und zeigt sehr deutlich, wo Handlungsbedarf besteht. „Die Prüfungen liefern ein ehrliches Bild der Situation“, bilanziert Uwe Herrmann.

 

FAQ

  • Warum steigen die Mängelzahlen derzeit so deutlich? 
    Vor allem wegen wirtschaftlichem Druck, der dazu führt, dass Wartung reduziert oder verschoben wird.
     
  • Sind ältere Busse automatisch unsicherer? 
    Nein. Entscheidend ist der Pflegezustand. Auch ältere Fahrzeuge können bei guter Wartung zuverlässig sein.
     
  • Welche Mängel sind besonders kritisch? 
    Alle sicherheitsrelevanten Bereiche, insbesondere Bremsen, Fahrwerk und Beleuchtung.
     
  • Was können Busbetriebe konkret verbessern? 
    Ihre Fahrzeuge regelmäßig warten und Mängel frühzeitig beheben.
     
  • Wird sich die Situation wieder verbessern? 
    Ja, wenn Wartung wieder stärker priorisiert wird, wird gleichzeitig das Sicherheitsniveau erhöht