Elektromobilität ist längst kein Nischenthema mehr. Zum 1. Januar 2026 waren in Deutschland erstmals mehr als zwei Millionen reine Elektroautos zugelassen. Damit wächst die Bedeutung einer fachgerechten Hauptuntersuchung für Fahrzeuge mit Hochvolttechnik. 
 

Checkliste: Wie bereite ich mein Elektroauto auf die HU vor? 

  • Zulassungsbescheinigung Teil I bereithalten
  • Beleuchtung auf Funktion prüfen
  • Reifenprofil und Reifendruck kontrollieren
  • Wischerblätter und Scheibenwaschanlage testen
  • Warnmeldungen im Cockpit beachten
  • Ladekabel und Ladeanschluss auf Beschädigungen prüfen
     

Muss ein Elektroauto zur Hauptuntersuchung? 

Ja. Für Elektroautos gelten dieselben gesetzlichen Fristen wie für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Die erste Hauptuntersuchung wird bei Pkw nach drei Jahren fällig, anschließend alle zwei Jahre.

Die HU dient dazu, sicherheitsrelevante Mängel zu erkennen und die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs zu überprüfen. Der Antrieb spielt dabei grundsätzlich keine Rolle. Uwe Herrmann, Leiter der Technischen Prüfstelle von TÜV Hessen, erklärt: „Für Elektrofahrzeuge gibt es andere Schwerpunkte als für Benziner oder Diesel. Die Fristen sind zwar gleich, einige Prüfpunkte unterscheiden sich jedoch deutlich.“

Was wird bei einem Elektroauto geprüft?

Viele Prüfinhalte sind identisch mit denen eines konventionellen Fahrzeugs. Dazu gehören unter anderem:

  • Bremsanlage
  • Lenkung
  • Fahrwerk
  • Reifen und Räder
  • Beleuchtung
  • Karosserie und Unterboden
  • Sicherheitsausstattung

Hinzu kommen spezielle Kontrollen der Hochvoltkomponenten. Dabei prüfen unsere Sachverständigen beispielsweise sichtbar zugängliche Hochvoltleitungen, Steckverbindungen, den Ladeanschluss sowie Warn- und Sicherheitseinrichtungen des Fahrzeugs. 

Bei rein elektrischen Fahrzeugen entfällt dafür die Abgasuntersuchung. Doch für Hybridfahrzeuge bleibt die AU weiterhin prüfpflichtig. 
 

Wird die Batterie bei der HU geprüft?

Ja, allerdings anders als viele Fahrzeughalter vermuten. Die Hochvoltbatterie wird nicht geöffnet. Stattdessen erfolgt eine Sicht- und Funktionsprüfung im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Dabei achten wir auf Beschädigungen, Auffälligkeiten an Hochvoltkomponenten und mögliche Sicherheitsrisiken. 

Besonders nach einem Unfall empfiehlt sich eine zusätzliche fachkundige Begutachtung. Schäden an Hochvoltbatterien sind nicht immer von außen erkennbar.
 

Warum fallen Bremsen bei E-Autos häufiger auf?

Obwohl Elektroautos oft weniger mechanisch bremsen, können Bremsscheiben und Bremsbeläge dennoch auffällig werden. Der Grund ist die Rekuperation. Sie entlastet die Bremsanlage im Alltag, wodurch Korrosion und ungleichmäßige Abnutzung eher auftreten können. Deshalb lohnt es sich, die mechanischen Bremsen regelmäßig bewusst zu nutzen.
 

FAQ zur Hauptuntersuchung bei Elektroautos

  • Gibt es für Elektroautos andere HU-Fristen? 
    Nein. Die erste HU erfolgt nach drei Jahren, danach alle zwei Jahre.
     
  • Muss das Ladekabel zur HU mitgebracht werden? 
    Nicht zwingend. Es empfiehlt sich jedoch, das Zubehör in ordnungsgemäßem Zustand bereitzuhalten.
     
  • Kann eine Warnmeldung zum Nichtbestehen führen? 
    Ja. Sicherheitsrelevante Fehlermeldungen sollten vor der HU überprüft und gegebenenfalls behoben werden.
     
  • Wird die Reichweite des Fahrzeugs geprüft? 
    Nein. Die Reichweite ist kein Bestandteil der Hauptuntersuchung.
     
  • Was gilt nach einem Unfall mit einem Elektroauto? 
    Beschädigungen an Hochvoltkomponenten oder der Antriebsbatterie sollten fachkundig untersucht werden. Nicht alle Schäden sind äußerlich sichtbar. Eine sachverständige Begutachtung schafft Klarheit über Sicherheit und Reparaturbedarf.
     
  • Wo finde ich weitere Informationen zur Hauptuntersuchung? 
    Alle Informationen rund um die Hauptuntersuchung bei TÜV Hessen finden Sie hier

 


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