Verlieren Menschen ihren Führerschein, bricht häufig eine Welt zusammen. Der Weg zurück wirkt steinig und die bürokratische Sprache der Behörden macht es nicht einfacher. Hinzu kommen viele Mythen und Gerüchte, die im Internet über eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) verbreitet werden. Im Gegensatz zur theoretischen Fahrerlaubnisprüfung gibt es auch keinen Fragenkatalog, mit dem man sich vorbereiten könnte. Doch die Aufgabe einer MPU ist relativ einfach erklärt: Es soll vor allem ermittelt werden, ob die Verhaltensmuster überwunden wurden, die zum Delikt und damit der potenziellen Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer geführt haben. 
 

Checkliste: erste Schritte nach der MPU-Anordnung

Informationen aus seriösen Quellen einholen:

  • Kostenlose MPU-Infoveranstaltungen nutzen
  • Frühzeitig über die Vorbereitung informieren
  • Angebote zur MPU-Vorbereitung kritisch prüfen
  • Keine Anbieter mit Bestehensgarantien wählen
  • Qualifizierte Verkehrspsychologen einbeziehen
  • Ggf. mit Abstinenznachweisen z.B. für Alkohol oder Drogen starten
  • Eigene Vorgeschichte ehrlich aufarbeiten
  • Ausreichend Zeit für die Vorbereitung einplanen
  • Nachhaltige Verhaltensänderungen dokumentieren
     

Wann beginnt die Vorbereitung?

Ob eine MPU notwendig ist, steht zumeist bereits beim Verstoß gegen die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) fest. Jetzt gilt es, schnell zu reagieren und erste Schritte zur Vorbereitung zu unternehmen. Umso größer sind später die Erfolgsaussichten. Denn der Weg zurück zum Führerschein geht mit einer nachhaltigen Verhaltensänderung einher. Diese Veränderung lässt sich nicht kurzfristig nachweisen, selbst mit den besten Absichten. Eine zeitnahe Vorbereitung sollte deshalb die erste Reaktion auf den Führerscheinverlust sein. 
 

Woran erkenne ich seriöse Anbieter?

Eine Internet-Recherche zur MPU-Vorbereitung lockt mit vielen attraktiven Angeboten, die für Laien schwer vergleichbar sind. Auf Betroffene wirken sie dagegen umso attraktiver. Garantierte Erfolge, einfache Lösungen und ähnliche Versprechen klingen zwar verführerisch, sind aber absolut unseriös. Diese Anbieter sind ihr Geld nicht wert! Vorbereitungskurse von seriösen Verkehrspsychologen grenzen sich von diesen Wettbewerbern zurecht ab, denn sie wissen, wie wichtig die individuelle und nachhaltige Verhaltensänderung ist. 
 

Was versprechen unseriöse MPU-Vorbereiter?

MPU-Kandidaten sollten stets berücksichtigen, dass unqualifizierte MPU-Vorbereitung den Weg zurück zum Führerschein erheblich ausbremsen kann. Ein seriöser Anbieter gibt keine Bestehens-Garantie und hat auch keine horrenden Gebühren. Die Vorbereitung sollte auch nicht aus Schauspielunterricht oder dem Einstudieren einer zurechtgelegten Story bestehen. Auch das Versprechen keine Abstinenz nachweisen zu müssen, obwohl man z.B. mit einer sehr hohen Promillezahl aufgefallen ist, führt später schnell zu Problemen. Vielmehr sollte die Auseinandersetzung mit der Vorgeschichte im Fokus stehen. Betroffene müssen Antworten auf viele Fragen finden, etwa: Was ist im Vorfeld geschehen, dass es so weit gekommen ist? 
 

Welche Rolle spielen MPU-Infoveranstaltungen?

Einen guten Einstieg zum Thema „Vorbereitung auf eine MPU“ bieten die kostenlosen Informationsveranstaltungen der anerkannten und unabhängigen Begutachtungsstellen. Dort erhalten MPU-Kandidaten einen ersten Überblick und viele nützliche Informationen: vom Ablauf der MPU bis zu eventuell benötigten Abstinenznachweisen. Weil diese Informationsevents direkt von den Begutachtungsstellen veranstaltet werden, besteht kein kommerzielles Interesse. Dafür werden Fragen ausführlich beantwortet. Denn ebenso individuell wie Probleme des Führerscheinverlusts sind die Lösungen, die zurück ans Steuer führen können. 
 

FAQ

  • Was ist das eigentliche Ziel einer MPU?
    Die Begutachtung soll feststellen, ob die Ursachen für das frühere Fehlverhalten dauerhaft überwunden wurden.
     
  • Wann sollte die Vorbereitung beginnen?
    Möglichst direkt nach dem Verkehrsverstoß beziehungsweise wenn klar ist, dass eine MPU erforderlich wird.
     
  • Sind Bestehens-Garantien seriös?
    Nein. Seriöse Anbieter geben keine Garantie für ein positives Ergebnis.
     
  • Was bringen MPU-Infoveranstaltungen? 
    Sie vermitteln grundlegende Informationen zum Ablauf, zu Nachweisen und zu den Anforderungen der MPU.
     
  • Kann man sich mit auswendig gelernten Antworten vorbereiten?
    Nein. Entscheidend ist die glaubwürdige Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten und dessen Ursachen.
     
  • Wo gibt es kostenlose MPU-Infoveranstaltungen?
    Anerkannte Begutachtungsstellen bieten regelmäßig kostenfreie Informationsveranstaltungen an.